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    ver.di von A bis Z
    • AGG

      Mit dem AGG (Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz), oft auch „Antidiskriminierungsgesetz“ genannt, setzt die Bundesrepublik Deutschland vier EU-Richtlinien in nationales Recht um – darunter die „Antirassismus-Richtlinie“ und die „Gender-Richtlinie“.

    • Arbeitnehmerfreizügigkeit

      Alle BürgerInnen der Europäischen Union haben das Recht, in einem anderen EU-Staat eine Beschäftigung aufzunehmen – unter den gleichen Voraussetzungen wie die Bürgerinnen und Bürger des jeweiligen Staates.

    • Arbeitsschutz

      Alle Maßnahmen, die Leben und Gesundheit von Beschäftigten am Arbeitsplatz schützen und erhalten sollen.

    • Arbeitszeit

      Nach dem Arbeitszeitgesetz beträgt die gesetzlich zulässige Arbeitszeit 48 Stunden pro Woche. Deutlich niedriger ist die tariflich festgelegte Arbeitszeit.

    • Betriebsrat (BR)

      Interessenvertretung der ArbeitnehmerInnen in Betrieben der Privatwirtschaft mit in der Regel mindestens fünf Arbeitnehmern.

    • Betriebsratswahl

      In Deutschland werden in Unternehmen mit mindestens fünf Beschäftigten Betriebsräte als Arbeitnehmervertretung gewählt. Betriebsratswahlen finden in der Regel alle vier Jahre von März bis Mai statt.

    • Daseinsvorsorge

      Elementare Leistungen, Dienstleistungen und Infrastruktur, die der Staat oder ein öffentlich-rechtlicher Träger allen BürgerInnen als „Grundversorgung“ zur Verfügung stellt. In der Regel zählen dazu mindestens: Ver- und Entsorgung mit Strom, Wasser und von Abwasser, Bildungs- und Gesundheitseinrichtungen, Verkehrswege, öffentliche Verkehrsmittel und eine funktionierende öffentliche Verwaltung.

    • Dritter Weg

      ist die Arbeitsrechtssetzung durch Arbeitsrechtliche Kommissionen (ARK), die paritätisch besetzt sind. Im Falle einer Nichteinigung ist eine Schlichtung bindend.

    • Duales Ausbildungssystem

      Zusammenarbeit von Berufsschule und Betrieb; dabei soll die Berufsschule die betriebliche Ausbildung ergänzen.

    • EBR

      Europäische Betriebsräte (EBR) sind gewählte Arbeitnehmervertretungen in Unternehmen, die grenzüberschreitend in Ländern der Europäischen Union tätig sind.

    • Erneuerbare Energien

      Alle Energieträger, die nicht auf endliche Ressourcen wie Uran und fossile Brennstoffe (Kohle, Öl, Gas) angewiesen sind.

    • Erster Weg

      bezeichnet die einseitige Festlegung des Arbeitsrechts durch den kirchlichen Arbeitgeber und wurde noch in der 1970er Jahren praktiziert.

    • Flächentarifvertrag

      Flächentarifverträge stellen sicher, dass in den verschiedenen Betrieben einer Branche und eines Tarifgebietes gleiche Mindestarbeitsbedingungen gelten. Wettbewerbsvorteile durch Lohndumping sollen ausgeschlossen werden.

    • Friedenspflicht

      nach höchstrichterlicher Rechtsprechung mit einem Tarifvertrag verbundene Pflicht, während seiner Laufzeit Streiks und sonstige Arbeitskampfmaßnahmen zu unterlassen.

    • Gender

      (engl.) - Soziales Geschlecht in Abgrenzung zum biologischen. Der englische Begriff soll die gesellschaftliche Zuschreibung von Rollen auf die Geschlechter verdeutlichen.

    • JAV

      Jugend- und Auszubildendenvertretung (JAV): gewählte betriebliche Interessenvertretung aller Auszubildenden unter 25 Jahren im Betrieb.

    • KAV

      Arbeitgeberverband der Kommunen sowie kommunalen Einrichtungen und Betriebe auf der Ebene eines Bundeslandes.

    • Koalitionsfreiheit

      ist im Grundgesetz verankert. Artikel 9 (3): Das Recht, zur Wahrung und Förderung der Arbeits- und Wirtschaftsbedingungen Vereinigungen zu bilden, ist für jedermann und für alle Berufe gewährleistet [...]

    • Leiharbeit

      im Arbeitnehmerüberlassungsgesetz (AÜG) geregeltes Arbeitsverhältnis. Die DGB-Gewerkschaften haben vor wenigen Jahren mit dem Abschluss von Tarifverträgen in diesem Bereich begonnen.

    • Lohndumping

      Erlangung von wirtschaftlichen Vorteilen durch die Absenkung von Löhnen und Gehältern.

    • Manteltarifvertrag

      Enthält Bestimmungen über Arbeitsbedingungen (z.B. Arbeitszeit, Urlaub, Zuschläge), die nicht im Lohn- oder Gehaltstarifvertrag bzw. Rahmentarifvertrag enthalten sind.

    • Mindestlohn

      Tarifverträge definieren den Mindestlohn für die tarifgebundenen Beschäftigten.
      Ab Januar 2015 erhalten alle Beschäftigten grundsätzlich 8,50 Euro brutto pro Stunde. Es gelten jedoch Übergangsfristen für manche Branchen bis Ende 2017. In Branchen, für die Übergangstarifverträge gelten, müssen ab 01.01.2017 ebenfalls 8,50 Euro gezahlt werden.

    • Organisationsgrad

      Anteil der ArbeitnehmerInnen, die Mitglied einer Gewerkschaft sind.

    • Personalrat (PR)

      Betriebliche Interessenvertretung für die ArbeitnehmerInnen und BeamtInnen im öffentlichen Dienst.

    • Pilotabschluss

      Wegweisender Tarifabschluss, der auch für andere Tarifbereiche eine Richtschnur bildet.

    • Rahmentarifvertrag

      legt Lohn- und Gehaltsgruppen fest, definiert Gruppenmerkmale und trifft Regelungen zur Leistungsentlohnung.

    • Schwerbehindertenvertretung (SchwbV)

      Gewähltes Gremium zur Vertretung der besonderen Interessen schwerbehinderter ArbeitnehmerInnen eines Betriebes oder einer Dienststelle. Sie werden in der Regel alle vier Jahre gewählt.

    • TV-L

      Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst der Länder, abgeschlossen zwischen ver.di und der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL).

    • TV-N

      Spartentarifvertrag für Nahverkehrsbetriebe, jeweils abgeschlossen zwischen dem ver.di-Landesbezirk und dem Kommunalen Arbeitgeberverband (KAV) auf Landesebene.

    • TV-V

      Tarifvertrag für Versorgungsbetriebe, abgeschlossen zwischen ver.di und der VKA.

    • TVöD

      Tarifververtrag für den öffentlichen Dienst; abgeschlossen zwischen ver.di einerseits sowie der Bundesregierung und der Vereinigung der Kommunalen Arbeitgeberverbände (KAV) andererseits.

    • Tarifautonomie

      bedeutet, dass in Deutschland Arbeitgeber und Arbeitnehmer/innen die Bestimmungen zu Urlaub, Gehalt, Arbeitszeiten und vielen weiteren Arbeitsbedingungen selbstständig aushandeln. Die Politik hält sich heraus.

    • Tarifflucht

      Rückzug von Unternehmen aus der Tarifbindung, etwa durch Verlassen des Arbeitgberverbandes oder durch Wechsel in eine Mitgliedschaft ohne Tarifbindung.

    • Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL)

      Die Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) ist der 1949 gegründete Arbeitgeberverband des öffentlichen Dienstes, der bei Tarifverhandlungen mit den Dienstleistungsgewerkschaften die Arbeitgeberseite der Länder mit Ausnahme Hessens (ausgetreten 2004) vertritt. Von 1994-2012 war auch Berlin nicht Mitglied der TdL.

    • Tarifkommission

      Gewerkschaftliches Gremium, das über Tarifforderungen und -abschlüsse entscheidet; in der Regel besetzt mit betrieblichen Interessenvertreter/innen aus dem Geltungsbereich des jeweiligen Tarifvertrags.

    • Tarifrunde

      Gesamter Prozess vom Aufstellen der Forderungen über die Verhandlungen, ggf. Schlichtung und (Warn-)Streiks bis zu den Tarifabschlüssen.

    • Tariftreue

      Einhalten von vereinbarten Tarifbestimmungen. Bei Vergabe öffentlicher Aufträge sehen einzelne Länderbestimmungen eine Tariftreueklausel vor, um die Aushöhlung der Tarifstandards zu verhindern.

    • Tarifvertrag

      wird zwischen Arbeitgebern und Gewerkschaft ausgehandelt und ist rechtlich abgesichert und einklagbar.

    • Urabstimmung

      Befragung der Gewerkschaftsmitglieder vor und nach einem Arbeitskampf. Regeln sind in der Gewerkschaftssatzung festgelegt.

    • VKA

      Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände, Zusammenschluss der Kommunalen Arbeitgeberverbände (KAVen) auf Bundesebene.

    • Vergaberecht

      Einhalten von vorgeschriebenen Tarifbestimmungen. Bei Vergabe öffentlicher Aufträge sehen einzelne Länderbestimmungen eine Tariftreueklausel vor, um Aushöhlung der Tarifstandards zu verhindern.

    • Vermögensteuer

      wird in der Regel von einer bestimmten Bemessungsgrenze an auf Geld- und Kapitalvermögen von Steuerpflichtigen erhoben. In Deutschland wird seit 1997 de facto keine Vermögensteuer mehr erhoben, nachdem das Bundesverfassungsgericht 1995 erklärt hatte, dass eine unterschiedliche steuerliche Belastung von Grundbesitz und sonstigem Vermögen nicht mit dem Gleichheitsgrundsatz (Art. 3 Abs. 1 GG) vereinbar sei.

    • Vertrauensleute

      Gewerkschaftsmitglieder, die in dem Betrieb, in dem sie beschäftigt sind, ehrenamtlich gewerkschaftliche Aufgaben wahrnehmen. Sie sind das Bindeglied zwischen den Organisationen und ihren Mitgliedern. Ihre Tätigkeit ist durch die Koalitionsfreiheit in Art. 9 GG geschützt.

    • Werkvertrag

      Mit diesem Vertrag vergibt ein Auftraggeber an Fremdfirmen fest definierte Gewerke. Der Auftragnehmer, der dieses Werk mit eigenen Arbeitskräften erstellt, haftet dafür und bestimmt, wie es erstellt wird. Das heißt, er ist zuständig für den Einsatz von Beschäftigten und weisungsberechtigt.